[Blogparade&Rezension*] Astrid Lindgren und das „Leben und Kochen in Bullerbü“

Eigentlich sind wir hier ja ein Food-Blog und haben, von Kochbüchern mal abgesehen, nix mit Literatur am Hut. Aber da das hier ja meine kleine Welt ist, kann ich nach Lust und Laune entscheiden, worüber ich schreibe und heute geht es um meine allerliebste Lieblingsautorin aus meiner Kindheit: Astrid Lindgren. Und damit nehme ich an der Blogparade von Kielfelder-blog.de teil, was auch eine Premiere ist.

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Bevor ich euch erzähle, warum dieses Thema eigentlich doch zu meinem kleinen Blog passt, erzähle ich Euch, warum ich so gerne an dieser Blogparade teilnehme.
Meine gesamte Kindheit war von Astrid Lindgren geprägt. In meiner Fantasie habe ich mit Lisa, Lasse, Bosse, Olle, Kerstin, Inga und Britta Bullerbü unsicher gemacht und bin mit Pippi, Tommy und Annika im Heißluftballon durch Schwedens Lüfte geflogen. Ich habe versucht eine Holzfigur zu schnitzen, wie Michel es tat. Gott sei Dank war ich nicht so frech wie er, denn Holzfiguren zu schnitzen gehört nicht gerade zu meinen Kernkompetenzen. Ich habe, Lotta sei Dank, eine Vorliebe für Plüschschweine (Ich besitze mittlerweile sogar ein richtiges Lotta-Teddy-Schwein) und habe von Maditas kleiner Schwester Lisbeth gelernt, dass man sich niemals auf die Kufen eines Pferdeschlittens schmuggeln sollte. Ja, das war eine (theoretisch) wichtige Lektion, obwohl mir (praktisch) eher selten Pferdeschlitten begegnet sind.

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Astrid Lindgren hat Vorbilder geschaffen, Kinderfantasien geweckt und Groß und Klein gelehrt, dass Kinder stark und wichtig sind.
Egal ob Bücher, Filme oder Hörspiele. Egal ob ich den Mut der Räubertochter Ronja bewunderte, um die Löwenherz Brüder weinte oder zu meinem Tomte Tummetott Hörbuch eingeschlafen bin, Astrid Lindgren hat mich immer berührt.
Ich kann kaum aufhören zu schwärmen und von den Kurzgeschichten habe ich ja noch nicht einmal angefangen…
Jetzt muss ich mich aber zusammenreißen und wieder etwas mehr in die kulinarische Schiene zurückfinden. Denn auch kulinarisch hatte Astrid Lindgren Einfluss auf mich. Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass schwedisches Knäckebrot – das wagenradgroße runde – viel besser schmeckt, als das schnöde kleine eckige aus deutschen Supermärkten… da hilft auch der schwedische Hersteller nicht. Außerdem liebe ich Fleischbällchen – in Bullerbü gibt es IMMER Fleischbällchen – und habe schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass in meiner Familie mindestens so viele Weihnachtskekse fabriziert werden, wie in der Villa Kunterbunt (und auch ich kloppe mich zur Not um das Keksausstecher-Schwein, wie die Mittelhof-Kinder es taten).

Und siehe da, wenn Astrid Lindgren von „Grütze“ schreibt, wirkt selbst dieses Wort plötzlich kulinarisch attraktiv (und jetzt denke ich kurz über die Attraktivität von Speisenamen nach…Grütze ist ein sehr unattraktiver Name… aber mehr dazu vielleicht an anderer Stelle).
Gut, dass es für Bullerbü-/Kochfans wie mich, die ideale Fachlitaratur gibt, nämlich zum Beispiel das Buch „Leben und Kochen wie in Bullerbü“ von Sarah Schocke und Lotte Reinhardt, erschienen im Kailash Verlag.

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Ein kleines, feines Buch, gefüllt mit leckeren Rezepten, Deko- und Basteltipps, sowie Informationen über das Leben und Kochen in Skandinavien. Streng genommen ist es nicht wirklich ein „Bullerbü-Kochbuch“, nicht einmal ein Schwedenkochbuch, sondern viel mehr ein Buch über die skandinavische Familienküche. Anders als andere Kochbücher ist dieses nicht nach Themen aufgeteilt, sondern nach den vier Jahreszeiten, was mir sehr gut gefallen hat. Passend zum Herbst habe ich daher auch ein Rezept ausgesucht, das saisonale Zutaten verarbeitet, nämlich Pflaumen und Wirsing. Diese Kombi findet Ihr seltsam? Ging mir auch so. Es lohnt sich aber wirklich, dieses Gericht mal zu testen.
Fischfrikadellen und Wirsing mit Pflaumen.

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Und so geht’s:
Fischfrikadellen:
500 Gramm Fischfilet (verschiedene Sorten, nach Geschmack)
2 EL Weizenmehl
1 Ei
50 ml fettarme Milch
1 TL Salz
1 Msp. Pfeffer
½ TL Paprika edelsüß
Öl zum Braten
Fischfilet waschen, trockentupfen und sehr fein hacken. Dies geht entweder mit dem Messer oder mit der Küchenmaschine. Nun die restlichen Zutaten (vom Öl natürlich abgesehen) dazugeben und alles vermengen. Wer mag kann, wie ich, noch etwas sehr fein gehackte Petersilie untermengen. Aus der Masse 8 Frikadellen formen.
Das Öl in der Pfanne erwärmen und die Frikadellen bei mittlerer Hitze langsam (ca. 5 Minuten pro Seite) goldbraun braten.

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Wirsing:
ca. 500 Gramm Wirsing
6 Pflaumen
2 EL Honig
1 EL Balsamico
50 ml Schlagsahne
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

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Die äußeren Blätter des Wirsings entfernen, den Strunk herausschneiden, den Wirsing waschen und in dünne Streifen schneiden.
In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Den Wirsing darin ca. 2 Minuten blanchieren, dann abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Pflaumen entkernen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Honig in einer Pfanne schmelzen lassen, die Pflaumen hinzufügen und alles für 2-3 Minuten karamellisieren lassen. Mit dem Balsamico ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Nun Wirsing, Sahne und Pflaumen vorsichtig vermengen und noch einmal bei hoher Hitze kurz aufkochen.

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Ich bin ja ein großer Pflaumenfan, weshalb ich mir dieses Rezept ausgesucht habe. Es war wirklich sehr, sehr lecker. Die Süße der Pflaumen harmoniert sehr gut mit dem eher bitteren Wirsing.
Da es das Gericht bei uns zum Abendessen gab, habe ich keine weitere Sättigungsbeilage dazu gemacht. Ich denke aber, dass Kartoffeln sehr gut passen könnten. Das Buch empfiehlt Brot als Beilage.
Fazit zum Buch: Wer ein Buch sucht, in dem es ausschließlich um das Leben und Kochen in Bullerbü oder generell in Schweden geht, wird hier leider enttäuscht werden, obwohl der Titel des Buches eben dieses verspricht. Dazu geht es viel zu häufig auch um Dänemark oder Finnland. Dennoch finden sich durchaus auch einige Leckereien, die man aus den Büchern von Frau Lindgren kennen könnte. Der Weihnachtspudding mit der versteckten Mandel zum Beispiel, oder die sauren Drops, die Inga und Lisa bei jedem ihrer Besuche im örtlichen Tante Emma Laden bekommen. Und auch die Fleischbällchen fehlen nicht.
Insgesamt finde ich die Rezepte aber sehr ansprechend, und auch für Anfänger geeignet. Ich würde das Buch solchen Köchen empfehlen, die nach neuen Gerichten für die Familie suchen, denn hier kommen sowohl Kinder, als auch Erwachsene auf Ihre Kosten. Wie ich es mir erhofft hatte, erwarten einen hier bodenständige, ehrliche Gerichte, die aber für den deutschen Gaumen durchaus abwechslungsreich sind.
Das Buch wird bei uns sicher noch öfter zum Einsatz kommen.

*Das Buch „Leben und Kochen wie in Bullerbü“, wurde uns von der Randomhouse Verlagsgruppe freundlicherweise zur Verfügung gesellt. 

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ein Kommentar

  1. […] Trotz allem fand bei uns in diesem Jahr natürlich wieder das große Familienbacken statt. An der einen oder anderen Stelle habe ich ja schon einmal davon berichtet, wie wichtig bei uns dieser Tag ist. […]

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