Eine Dinner-Verabredung mit dem schlampigen Joe

Wie Ihr gewiss schon bemerkt habt, sind hier auf dem Blog zwei äußerst USA affine Damen unterwegs. Die US-Amerikanische Küche hat es uns einfach angetan.

Zum Geburtstag schenkten mir meine Arbeitskollegen daher ein Kochbuch über die Amerikanische Küche, aus dem ich mir neue Inspirationen holte. Mein Freund blättert unglaublich gerne in dem Buch und schaut sich den Mund wässerig. Kürzlich durfte er sich ein Rezept aussuchen und entschied sich für „Sloppy Joes“.

Bei diesem Gericht muss ich immer an einen Kinderfilm mit den Olsen Zwillingen und Kirstie Alley denken, den ich in den 90er Jahren bestimmt vier Mal mit meiner Freundin Sandra im Kino gesehen habe. Es war die Geschichte vom doppelten Lottchen und in einer Szene gab es für einen Haufen Kinder in einem Ferienlager Sloppy Joes zu essen. Diese Szene, die natürlich in einer Essensschlacht endete, ist mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben und laut der Aussage meiner amerikanischen Freundin Angela, war auch für sie diese Szene der Grund, danach Ihre Mutter zu beknien, auch für Sie dieses Gericht zuzubereiten. In den 90ern muss dies ein unglaublich beliebtes Gericht bei amerikanischen Kids gewesen sein und ich frage mich, ob das einer der vielen Verdienste der Olsen Schwestern ist. Denn dieses Modegericht stammt nicht von findigen Kochbuch Redakteuren der 90er, welche es sich zur Aufgabe gemacht hatten Kinder zu beglücken und Mütter in den Wahnsinn zu treiben, sondern vielmehr aus dem gleichnamigen Lokal “Sloppy Joe’s Bar“ in Key West/FL, welche in den frühen 1930er Jahren eröffnete. Wie dem auch sei, mir hatten es die Sloppy Joes angetan und ich habe keinerlei Erklärung dafür, warum ich ein ganzes Jahr in den USA gelebt und dennoch nie Sloppy Joes gegessen habe.

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Ein kurzer Blick in das Rezept aus meinem tollen Kochbuch zeigte aber schnell: was in dem Buch als Sloppy Joes verkauft wurde, war die erwachsene, aufgehübschte Kochbuchversion aus Lammfleisch und Naan Brot und hatte leider nicht mehr so viel mit dem Original zutun. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Alternativrezept. Schlussendlich gelandet sind wir beim Food Network und dem Rezept von Ree Drummond. Dieses Rezept haben wir leicht abgewandelt.

Für 6-8 Sloppy Joes braucht Ihr:

1000 Gramm Hackfleisch vom Rind

Etwas Öl zum Anbraten

1 große grüne Paprika

1 kleine Zwiebel

1 ½ Cups Ketchup (Ca. 350 Milliliter)

1 Cup Wasser (ca 235 Milliliter)

2-3 Knoblauchzehen

2 EL braunen Zucker (kann auch Rohrohrzucker sein)

2 TL Chilipulver

1 TL Salz

½ TL Pfeffer

1 TL Senfpulver

Piri Piri Sauce oder Tabasco nach Geschmack

Worcestershire Sauce nach Geschmack

1-2 EL Tomatenmark (Bei Bedarf)

6-8 Burgerbrötchen oder Kaisersemmeln

Etwas Butter zum Bestreichen

Die Cups habe ich euch grob umgerechnet. Allerdings bekommt man diese amerikanischen Messbecher, ebenso wie die so häufig verwendeten Tea- und Tablespoons, heute in jedem gut sortierten Haushaltswaren Geschäft oder auch im Internet. Ich habe meine in den USA gekauft, ich habe sie aber auch schon bei der Dänischen Krimskrams-Kette Tiger gesehen.

Los geht es mit der Paprika und der Zwiebel, die in kleine Würfel geschnitten und dann erst einmal zur Seite gestellt werden. Anschließend wird Öl in der Pfanne heiß gemacht und das Hackfleisch darin angebraten. Es darf ruhig etwas Farbe nehmen. Gebt nun die und Zwiebelwürfel hinzu und lasst alles zusammen noch einmal zwei Minuten rösten. Nun mit Ketchup und Wasser aufgießen und umrühren. Nun kommen alle weiteren Gewürze und Saucen dazu.

Tomatenmark ist im Originalrezept nicht vorhanden. Wir haben es aber hinzugefügt, weil uns das ganze etwas zu dünnflüssig wurde.

Die Sloppy-Sauce lasst Ihr nun bei niedriger Hitze für 20 Minuten köcheln. Währenddessen könnt Ihr die Beilagen sehr gut vorbereiten. Bei uns gab es Backofen-Pommes und Maiskolben.

Kurz vor Ende der Garzeit der Sloppy-Sauce, werden die Burgerbrötchen aufgeschnitten und mit Butter bestrichen. Mit der Butterseite nach unten dann in einer Pfanne anrösten, bis sie eine schöne Farbe haben.

Auf die Butterseite gefallen... ausnahmsweise so gewollt.

Auf die Butterseite gefallen… ausnahmsweise so gewollt.

Beim Servieren empfehle ich, für die Sauce einen Schaumlöffel zu verwenden, da Ihr so nicht so viel der Flüssigkeit auf die Burgerbrötchen bekommt. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, macht Flüssigkeit das ganze zu einer noch viel größeren Schweinerei, als es ohnehin schon ist.

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Gegessen wird das Ganze dann genau wie ein Burger, also mit der Hand. Und da zeigt sich auch, wie passend die Wahl des Namens ist. Die Sloppy Joes (Sloppy = schlampig) sind wirklich eine matschige und schmierige Angelegenheit. Aber es loht sich, denn leckerer könnte ein Burgerbrötchen kaum belegt werden. Insbesondere wenn Ihr es uns gleich tut und die Sloppys noch ein wenig pimpt. Mit etwas Parmesan, Jalapeños und Röstzwiebeln wird das Gericht, welches in den 90er Jahren die amerikanischen Kinder lockte, zu einem noch leckereren Erlebnis.

Viel Spaß beim Nachkochen und Essen!

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