Ausgeflogen – Food-Trucks Market in Hamburg

Nach einer aufregenden Woche und einem wundervollen Samstag mit der Familie, zog es uns am heutigen Sonntag auf den Food Truck Market in Hamburg auf dem Gelände der Delta Fleisch Handels GmbH in der Lagerstraße (Nähe S-Bahnhof Sternschanze). Schon so viel hatte ich von den rollenden Deluxe-Fastfood Trucks gehört, dass ich nun selber probieren wollte. Und da man dies in Hamburg nun sogar jeden Sonntag ab 12:00 machen kann, muss man noch nicht einmal lange auf das nächste Food Truck Festival warten.

Die Location ist … na ja… sagen wir mal: „Einladend ist anders“. Eingebettet zwischen Messehallen und Fleischereigroßmarkt, im Schatten des Fernsehturms… es gibt wohl ansehnlichere Plätze in der schönsten Stadt der Welt. Doch auf eine gewisse Art und Weise fördert diese eigenartige Verortung des Events auch das „Geheimtipp-Ambiente“, insofern: „Halb so schlimm!“

DSC_0873

Der Ort des Geschehens ist ein wenig versteckt, befindet man sich jedoch auf dem richtigen Weg, wird man bald von den leckersten Düften angelockt. Und ist man endlich angekommen, wird der Weg durch das Gewerbegebiet auch gleich belohnt, denn auf dem Food Truck Market , ist es endlich wieder bunt und nicht mehr „grau in grau“.

Mother Phil’s DELI

Nachdem wir eine Runde gedreht hatten (man muss sich schließlich sehr gut überlegen, was man essen möchte) zog es uns zunächst zu den netten Herren von „Mother Phil’s DELI“ wo die Entscheidung auf ein Reuben Sandwich fiel. Hier erwartet den hungrigen Kunden ein Sandwich, belegt mit Pastrami, Rinderbrust, Edelsauerkraut und – nach Angaben der Speisetafel – russische Milliardärssauce. Das in Deutschland eher unbekannte Reuben-Sandwich in der Variante von „Mother Phil’s DELI“ lässt sich nicht mit dem Original vergleichen, insbesondere da das Original auf Roggen-Feinbrot Serviert wird. Nicht so bei Mother Phil’s, hier gibt es eine Art Baguette-Brötchen. „Ist das jetzt schlecht?“ fragt Ihr Euch? „ganz und gar nicht!“ antworte ich. Denn die Brotwahl verbessert die Handhabung des Sandwiches um ein Vielfaches. Immerhin wird hier im Stehen gegessen und da möchte man nicht mit zwei instabilen Brotscheiben hantieren.

Das Sandwich wird begleitet von ein paar lockeren Sprüchen der Herren hinterm Tresen und etwas Partywissen aus der Kategorie „kann man wissen, muss man aber nicht“ gab es bei uns auch noch dazu.

DSC_0858

Abschließend ist zu sagen: Leckeres handliches Sandwich, gute Zutaten, optimal gegartes Sauerkraut, knackiges Brot und auch mit dem Fleisch-Anteil wird nicht gegeizt! Einen kleinen Punkteabzug gibt es von mir für die Milliardärssauce, die für meinen Geschmack ein wenig mehr „Rumms“ vertragen könnte. Neben dem Sauerkraut konnte sie kaum bestehen. Ansonsten ein rundum gutes Produkt

Preislich lag Mother Phil’s wohl im oberen Food-Truck Segment: für 7 Euro ist das Reuben  zu haben. Happiger Preis, aber es lohnt sich!

Foodpecker

Weiter ging es zu „Foodpecker“ wo wir uns für ein „Grilled Cheese“ und ein „Pulled Pork“ Sandwich entschieden haben. Zum 5,50 Euro Sandwich gibt es verschiedene zusätzliche Toppings und eine Auswahl von drei Saucen (BBQ, Honey-Mustard und Chipotle). Das Bestellsystem erinnert ein wenig an Starbucks. Bestellen, Namen sagen und warten, bis das Essen fertig ist und die Bedienung Deinen Namen ruft. Ob dieses Vorgehen nun zur Kundenbindung gedacht ist oder eine sinnvolle Idee für geschäftige Tage ist, weiß ich nicht, ich bin jedenfalls etwas irritiert, wenn ich an einem Imbisswagen, an dem zu diesem Zeitpunkt wirklich kein Andrang herrschte, zu diesem Zwecke nach meinem Namen gefragt werde. Ich merke gerade, wie spießig ich rüberkomme… es ist wirklich nicht schlimm… es ist mir nur aufgefallen.

DSC_0861

Wie dem auch sei, ratzfatz waren die Sandwiches fertig und in unserer Hand.

Das Pulled Pork Sandwich hatten wir mit BBQ Sauce bestellt. Wie auch schon bei Mother Phils war die Sauce eher Mild. Das Fleisch war sehr lecker und auch die restlichen Zutaten waren in der Kombination wirklich toll, wobei es mir schwer fiel, die einzelnen Bestandteile zu identifizieren. Das Sandwich war sehr gut gewürzt und sehr saftig, obwohl Pulled Pork ja optisch immer eher etwas trocken anmutet. Lecker! Auch hier wurde ein praktisches Baguette-Brötchen gewählt, was auch hier wieder eine sehr gute Wahl darstellte.

DSC_0864

Zum zweiten Sandwich:

Ein „Grilled Cheese Sandwich“ ist für mich der Inbegriff von „Essen für die Seele“ Es ist heiß, es ist fettig, es ist schnell gemacht und wirklich ein Seelenstreichler. Wenn ich an Grilled Cheese Sandwiches denke, denke ich immer an einen Herbstausflug mit meiner Gastfamilie in Minnesota. Wir reisten an den Lake Superior, wohnten in der Familieneigenen „Cabin at the Lake“, ließen uns tagsüber vom Wind durchpusten und abends gab es heiße Suppe und Grilled Cheese Sandwiches. Und diese Sandwiches waren an Einfachheit nicht zu überbieten: Toastbrot, belegt mit Cheddar Cheese, die Außenseiten mit Butter bestrichen und im Kontaktgrill gegrillt. Fertig. Und nun die Food Truck Market Version, von „Foodpeckers“: Ein Baguette Brötchen belegt mit Cheddar, ergänz durch weitere „Toppings“ ´, die wir nicht zu identifizieren vermochten, ich tippte auf karamellisierte Zwiebeln oder süßes Sauerkraut. Und hier komme ich nun an den Punkt, an dem ich das bisher hochgelobte Verwenden von Baguette-Brötchen am Rande kritisiere, denn das ist dann einfach kein „Grilled Cheese Sandwich“ mehr. Das Problem mit dem Brötchen zeigte sich auch etwas darin, dass das Brot überröstet war. Damit Käse schmilzt, braucht es eben auch ordentlich Hitze. Uns wurde aber ohne Aufforderung angeboten, ein neues Sandwich zu bekommen, da es leicht angebrannt sei. Dies verneinten wir jedoch, da wir erstens eher unkompliziert sind und weil zweitens der Hauptverkoster ein Fan von leichter „Überröstung“ ist. Alles in Allem war es sehr lecker und wurde von meinem Begleiter mit den Worten „Genau sowas wollte ich hier essen“ gelobt. Die Kritik folgte auf dem Fuße: „Die Chipotle Sauce ist aber etwas zu mild, wenn ich Chili bestelle, soll meine Zunge brennen!“ (Das ist jetzt wohl Ansichtssache).

DSC_0863

„Foodpecker“ ist einen Stopp wert! Leckere, saftige Sandwiches, guter Preis, nette Bedienung. Einen Punktabzug gibt es für die eher milden Saucen, die aber im Gesamtgeschmack stimmig sind und die nicht so schöne Aufmachung… das kann man etwas liebevoller präsentieren. Etwas irritierend ist auch die Tatsache, dass für Käse Sandwich und Pulled Pork Sandwich der gleiche Preis verlangt wird. Wie zeitlich aufwändig ein Pulled Pork ist, haben wir euch ja an anderer Stelle schon mal erzählt. Der Preis für das Pulled Pork ist also wirklich gerechtfertigt, aber an der Preisschraube könnte man zugunsten des Grilled Cheese in der Tat noch einmal drehen. Ich komme aber auf jeden Fall wieder, denn beim nächsten Mal ist der Cheesecake dran und außerdem wollen wir herausfinden, wie viel Hunger man für ein XL Sandwich wohl mitbringen muss, die dort für einen Aufpreis zu haben sind.

Soqalicious

Nach einem kurzen Stopp bei den Getränken zog es uns dann noch abschließend zu dem Truck von „Soqalicious“, welcher mit „fresh californian cooking“ lockte. Zu kaufen gab es Qusadilla, Burritos, Tacos und weitere amerikanisch-mexikanische Spezialitäten. Obwohl ich ein riesiger Fan von Burritos bin, entschieden wir uns für eine Quesadilla, da ich einen Burrito auf keinen Fall mehr hätte verdrücken können, und das obwohl wir ja alles immer brav teilten. Wir konnten bei der Salsa zwischen „scharf“ und „mittelscharf“ wählen und entschieden uns für mittelschaft. Wider besseres Wissen, möchte ich fast sagen, denn die Saucen hatten uns bisher ja nicht gerade durch überdurchschnittliche Würze bestochen. Dementsprechend war die Sauce zwar fruchtig und lecker, aber eher „mild“ als „mittelscharf“. Die Quesadilla war belegt mit Käse, Mais, Tomate, etwas saurer Sahne oder Creme Fraiche und Petersilie. Sehr einfach, aber lecker und trotz bereits gut gefüllter Mägen schnell verputzt. Mit 3,95 Euro ein eher günstigeres Produkt auf dem Food Truck Markt, aber nicht weniger gut im Geschmack. Und optisch in jedem Fall das schönste Produkt an diesem Tag.

DSC_0867

Der Food Truck Markt ist wirklich einen Abstecher wert und kann mit einem Sonntagsspaziergang durch das Schanzenviertel sehr gut verbunden werden. Es ist jedoch empfehlenswert eine Hand voll Hartgeld mitzunehmen, da auf einen Sonntag das Wechselgeld eher mau ist. Günstig kommt man auf dem Food Truck Market ingesamt nicht weg, aber dafür ist man nachhaltig satt. Unser Besuch ist nun bereits 6 Stunden her und ich bin noch immer pappsatt.

Kommt vorbei, schaut es Euch an! Dieser Markt übertrifft jede Fast Food Kette und jeden Dönerschuppen, ihr bekommt etwas Neues, qualitativ Hochwertiges und geht mit einem Lächeln nach Hause… bestimmt!

DSC_0856

Advertisements

ein Kommentar

  1. […] zwei Wochen von der Agentur Muxmäuschenwild erhalten habe. Das las sich ganz wunderbar und als eingefleischter Streetfood Fan durfte ich natürlich nicht fehlen. Also schnappte ich mir meine Freundin Anne und gemeinsam […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Sweet & other Spices

Lifestyle. Food. Health.

Entmuttert

Verlassene Mütter- Sorge-Recht?-Entzug

Cooking is love

Kulinarischer Blog

Knusperstübchen

Foodblog – mit Liebe zum Genuss.

Emma's Lieblingsstücke

cake / food / DIY and more

Topfueber

Essen - Abnehmen - Mamasein - Leben

wattndas

leckeres, verrücktes, durcheinanderes, wildes, neuesundaltes, kreatives.

%d Bloggern gefällt das: