Unser täglich‘ Brot: Sauerteigbrot mit Sonnenblumenkernen

Bekommt man eigentlich noch richtig gutes Brot zu einem angemessenen Preis? Einfach ist es auf jeden Fall nicht. Ich esse sehr gerne Brot. Es gibt Tage, an denen nichts über eine Scheibe wirklich guten Brotes, mit Butter und einer Prise Salz geht.

In meiner Nachbarschaft gibt es ungefähr 5 Bäcker, aber wirklich gutes Brot, für das es sich lohnen würde alles stehen und liegen zu lassen, bekommt man dort nicht. Eigentlich ist es schon eine Frechheit, diese Aufbackstationen überhaupt noch „Bäcker“ zu schimpfen. Denn dort wird kein Teig geknetet oder frisch gebacken, dort werden angelieferte Backwaren und aufgebackene Rohlinge verkauft. Keiner dort hat das Handwerk gelernt. Und das schmeckt man auch.

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Und von Supermarktbrot wollen wir gar nicht erst anfangen.

Das wollte ich nicht länger mitmachen und da anständige Bäckerei-Betriebe kaum noch zu finden sind, bleibt einem nicht anderes übrig, als den Teig mit viel Ruhe selber zu kneten und dann mit Liebe und Hingabe unter ständiger Beobachtung zu backen. Mit Fladenbrot hatte ich ja bereits meine Erfahrungen gemacht, aber Sauerteigbrot war auch für mich eine neue Herausforderung.

Na gut, ich gebe zu, so anstrengen und kompliziert, wie es sich hier gerade anhört ist es gar nicht. Im Gegenteil, wer ein wenig Zeit investiert, kann mit meinem Brotrezept ein leckeres, wandelbares Brot herstellen und muss sich dafür nicht überschlagen. Und mit ein wenig Übung, wird es bald zum Selbstgänger.

Das allererste Brot lässt sich leider nicht sofort backen, denn für mein Krustenbrot mit Sonnenblumenkernen braucht ihr zunächst einen Sauerteig. Dieser verlangt lediglich ein wenig Zeit, Roggenmehl und Wasser.

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So mache ich es:

Sauerteig:

Ich mische 100 Gramm Roggenvollkornmehl mit 100 Ml. lauwarmen Wasser in einer großen Rührschüssel, dann lege ich einen Teller auf die Schüssel und lasse die Mischung 24 Stunden lang in Ruhe. Danach nähre ich den Sauerteig mit weiteren 100 Gramm Roggenmehl und 100 Ml. Wasser, legen den Teller drauf und lasse es nochmals für 24 Stunden stehen. Am darauf folgenden Tag füttere ich den Sauerteig mit 200 Gramm Roggenmehl und 200 Ml. Wasser, Teller drauf, 24 Stunden Ruhe.

Nun habe ich 800 Gramm Sauerteig. Daraus kann ich 2 große Brote backen und habe dann noch 200 Gramm Teig übrig, welche ich wieder füttern kann (100/100 am ersten Tag, 200/200 am zweiten Tag usw.) Wenn der Teig nicht gefüttert wird und nicht wachsen soll, sollte er in einer luftdichten Dose im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wer jetzt fleißig mitgerechnet hat, hat bemerkt, dass ich für einen Laib Brot 300 Gramm Sauerteig verwende. Im Detail braucht Ihr:

Grundteig

300 Gramm Sauerteig

600 Gramm Dinkelmehl

100 Gramm Sonnenblumenkerne

2 Tassen lauwarmes Wasser

1 Würfel Hefe

1 TL Zucker

1 TL Brotgewürz

2 TL Salz

Zerbröselt den Hefewürfel und gebt ihn mit dem Zucker in eine Tasse, welche ihr dann mit lauwarmen Leitungswasser füllt. Lasst die Tasse stehen, bis sich die Hefe aufgelöst hat.

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Nun füllt ihr alle Zutaten (auch die Hefemischung) außer dem Salz, in eine Schüssel und knetet es (entweder mit den Knethaken des Handrührgerätes oder in der Küchenmaschine) ca. eine Minute lang. Nun kommt das Salz dazu und der Teig wird weitere 3-6 Minuten geknetet, bis er gleichmäßig ist. Nun legt Ihr ein Handtuch auf die Schüssel und lasst den Teig für eine Stunde (oder länger) gehen.

Dann könnt Ihr den Backofen auf 250 °C vorheizen. Dabei sollte das Backblech mit aufgeheizt werden.

Tipp: Wenn Ihr eine knusprige Kruste haben wollt, schiebt ihr das Ofengitter auf die unterste Schiene, stellt eine Auflaufform darauf und füllt sie mit einer Tasse Wasser. Der Wasserdampf zaubert Euch dann eine besonders schöne Kruste.

Während der Ofen Aufheizt bemehlt Ihr Eure Arbeitsfläche, gebt den Teig darauf und knetet diesen noch einmal kräftig mit den Händen durch (ca. 2 Minuten) und formt ihn zu einem Brotlaib. Dann mehlt ihr die Schüssel aus und legt den Teig noch einmal so lange hinein, bis der Ofen fertig ist.

Nun vorsichtig das  heiße Backblech hinausnehmen, ein Backpapier darauf und dann den Brotlaib darauf stürzen. Nun könnt Ihr den Laib noch bemehlen oder mit Sonnenblumenkernen oder Weizenflocken bestreuen.

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Ab damit in den Ofen und dann insgesamt ca. eine Stunde lang backen und war so:

Min. 0-15 bei 250 °C

Danach runter schalten und:

Min. 15-60 bei 190°C

Euer Brot ist fertig. Aber nicht zu gierig werden, auch wenn es noch so gut riecht. Ihr wollt Euch ja nicht die Zunge verbrennen.

Aber wenn es dann so weit ist, schneidet Ihr Euch am Besten eine ordentliche Scheibe ab und genießt Euer Meisterwerk. Ich sage Euch, wenn Ihr Euer erstes selbstgebackenes Brot probiert habt, wollt ihr nie was anderes essen.

Probiert es doch mal mit etwas Butter, einer Priese Salz und etwas frischer Kresse. Oldie but Goldie! Sooooo lecker!

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ein Kommentar

  1. […] Ihr bestimmt schon herausgelesen habt, backe ich unheimlich gerne. Kuchen, Kekse, Brot, alles wandert bei mir in die […]

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