Vom Schmücken mit fremden Federn

Kleptomanie des Geistes ist auch ein Schlüssel zum Erfolg

Martin Gerhard Reisenberg

Hallo Ihr Lieben,

Da klicke ich mich eines Tages, es ist schon eine Weile her, durch die unendlichen Weiten der Foodblogsphäre und bleibe stutzend an einem Rezept kleben. Ich runzle die Stirn und bemerke eine frappierende Ähnlichkeit zu einem Rezept, welches ich  nur wenige Wochen zuvor selber verbloggt habe. Kein Hinweis darauf, dass die Inspiration von einer anderen Seite kommt. Ja, ich habe mich geärgert. Sehr sogar!

Versteht mich nicht falsch, ich finde es super, wenn jemand unsere Rezepte mag. Ich freue mich total, wenn unsere Ideen gut ankommen und nachgekocht werden. Aber sollte es nicht einen allgemeinen Bloggerkodex geben, wonach ein Blogger sich nicht einfach mit fremden (Blogger-) Federn schmückt? Ich habe es für einen Einzelfall gehalten, schwer geschluckt und meinen Mund gehalten.

Ich hole mir meine Inspiration natürlich auch immer mal wieder von anderen, recherchiere im Internet, in Büchern oder Zeitschriften. Aber dann gebe ich das auch zu und stelle mich  nicht so dar, als hätte ich gerade das Rad neu erfunden. Sowas regt mich wirklich auf. Ich zeichne ja auch keine Disney Figur nach und behaupte dann, gerade Mickey Mouse erfunden zu haben.

Vor kurzem stolperte ich auf einem Blog, den ich regelmäßig lese, dann auf ein Foto, welches einem Foto von meiner eigenen Seite sehr ähnelte. Ich erkannte ein Gericht auf dem Foto wieder, welches ich genau so nicht nur schon einmal gelesen, sondern auch schon gekocht und mit Euch geteilt hatte.

Ich will hier niemanden öffentlich an den Pranger stellen, bestimmt nicht. Ich denke, dass die meisten Blogger ihren Blog als Hobby betreiben. Kaum ein Foodblogger hat das Handwerk gelernt und so viel Zeit eigene, kreative und innovative Gerichte zu entwickeln. Und das ist ja auch nicht schlimm, aber dann muss man doch auch ehrlich sein. Insbesondere, wenn ein komplettes Gericht inklusive Beilagen und allem drum und dran abgekupfert ist. Oder wie seht Ihr das?

Klar, es gibt bei jedem von uns Gerichte, die schon so lange in der Familie sind und die man sich von Mama oder Oma abgeschaut hat, dass man gar nicht mehr sagen kann, wer der Urheber ist. Roggensauerteig besteht aus Roggenmehl und Wasser. Das ist nun mal so und wenn ich Euch das aufschreibe, dann weiß jeder, dass das nicht meine neuartige Idee war. Ich glaube, ihr versteht schon, was ich meine.

Bin ich wirklich so naiv? Benehmen sich Foodblogger so? Ich hoffe, dass ich da Einzelfälle erwischt habe. Ich hatte nämlich bisher eher den Eindruck, dass Foodblogger untereinander eigentlich eher unterstützend und nett sind. Ich wäre wirklich traurig, wenn sich nun herausstellen würde, dass Foodblogger gar nicht so nett sind.

Und noch so ein Aufreger: letztens wurde ich von der Firma Paperblog angeschrieben (kennt Ihr Julia von Paperblog auch schon?). Die wollten doch wirklich meine Texte kopieren, auf ihrer eigenen Seite veröffentlichen und dafür auch noch meine Zustimmung haben! Ehrlich? Und was habe ich dann davon?

Liebe Julia von Paperblog: Wenn ihr meine Texte so toll findet und meine Texte für Eure Seite haben wollt, dann bietet mit gefälligst einen Job in Eurer Redaktion an und tut nicht so, als würdet Ihr mir auch noch einen Gefallen tun, weil Ihr in MEINE Arbeit einen Link zu MEINEM Blog einbaut.

Leider fallen viele Blogger auf diese Masche rein. Paperblog verspricht mehr Traffic. Aber warum sollte irgendwer auf einen Link zu Eurer Seite klicken, wenn er Eure Texte schon auf der Seite lesen kann, auf der er gerade ohnehin schon surft? Und, kleiner Tipp am Rande, viele Links von einer einzelnen Seite sowie doppelter Content sind für Euch und die Werte Eurer Seite nicht förderlich. Wirklich nicht…

So, nun habe ich mich ausreichend geärgert und bin auch schon wieder viel versöhnlicher gestimmt. Ich habe die Hoffnung, dass meine Worte einige Blogger (die von Abschreiberitis befallen sind) zum Nachdenken bewegen. Und nun schließe ich diesen Beitrag mit meinen Wünschen: unterstützt Euch gegenseitig, seid lieb zueinander, bleibt ehrlich und zollt Euren Koch-Kollegen den Respekt und die Anerkennung, die sie verdienen.

Eure Kristina

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