Ausgeflogen – Lissabon Pt. 3

Tag drei in Lissabon begann für mich ganz wunderbar. Denn ich war in der unglaublich glücklichen Position meinen Geburtstag in dieser tollen Stadt verbringen zu dürfen. Als ich in den Frühstücksraum kam, erwarteten mich bereits zwei, mit Kerzen geschmückte, Natas. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich ganz begeistert von den kleinen Törtchen bin und somit verwundert es wohl keinen, wenn ich sage, dass  für mich Natas ein adäquater Ersatz für eine Geburtstagstorte sind. Zu meiner riesigen Überraschung gab es auch noch Geschenke, über die ich mich unglaublich freute und so hätte der Tag nicht besser beginnen können.

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An diesem Morgen kristallisierte sich heraus, dass wir auf dem besten Weg waren, professionelle Frühstücker zu werden, denn unsere Portionen wurden immer umfangreicher. Vollgefuttert ging es dann los nach Belem im Südwesten der Stadt. Dort wartete zunächst das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster) auf uns. Das Kloster lehrt einen, dass man sich nicht von Äußerlichkeiten leiten lassen sollte. Versteht mich nicht falsch, das Kloster ist wirklich beeindruckend, fällt einem jedoch auch insbesondere wegen der schlecht gepflegten Fassade auf. Mit dem Kloster ist es jedoch genau so, wie meistens im Leben: lässt man sich auf die inneren Werte ein, wird man belohnt. Zumindest wenn es um den Teil des Klosters geht, für den man keinen Eintritt zahlen muss. Den anderen Teil haben wir uns nicht angesehen. Aber auch so kamen wir in den Genuss einer großen Portion Kultur.

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Nach der Besichtigung des Klosters, einem Abstecher zum Padrão dos Descobrimentos, hatten wir den ersten Teil unseres Ausfluges abgeschlossen. Die Sonne gab sich zwar alle Mühe den Frühling aus seinem Wintschschlaf aufzuwecken, schaffte es aber leider nicht ganz uns vor dem Frieren zu bewahren und so wollten wir uns mit einem Heißgetränk belohnen. Also setzten wir uns in ein Café mit Blick auf den Fluss.

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Ich bestelle äußerst selten heiße Schokolade. Ich möchte fast behaupten, dass ich niemals heiße Schokolade bestelle. An diesem Tag entschied ich mich aber für eine heiße Schokolade und musste schnell lernen, dass dies ein Fehler war, denn ich bekam keine heiße Schokolade, wie ich sie aus Deutschland kannte, sondern ein Glas mit kochendheißem Schokoladenpudding, mit einem Strohhalm. Ich lüge nicht, es war wirklich Schokoladenpudding. Nachdem ich die Überraschung überwunden hatte, begann ich damit, mich durch den Pudding zu kämpfen, schaffte es aber nur bis zur Hälfte und klagte danach noch stundenlang über Übelkeit. Nicht, weil der Pudding schlecht geschmeckt hätte, sondern einfach nur, weil wir so viel gefrühstückt hatten.

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Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 8: Bestelle keine heiße Schokolade, wenn du nicht bereit bist, einen heißen Pudding zu essen.

Vollgestopft bis oben hin schleppte ich mich dann zum Torre de Belém. Und da saß ich nun auf einer Bank, litt weiterhin unter einem viel zu vollen Magen und hatte außerdem das Gefühl in meinen Schuhen keinen weiteren Schritt mehr gehen zu können. Also war der nächste Stopp ein Schuhladen, wo ich mir selber zum Geburtstag ein paar nagelneue Turnschuhe schenkte, um dann glücklich und zufrieden den Weg fortzusetzen.

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Der Abend verlief zunächst nicht ganz so, wie wir es uns erhofft hatten. Ausgerechnet am Abend meines Geburtstags ging es meinem Freund nicht gut genug um mit uns zum Essen zu kommen. Er schleppte schon seit einigen Tagen eine Erkältung mit sich herum, und an diesem Tag war es einfach zu viel. Zu dritt machten wir uns auf den Weg in ein Restaurant namens “The Green House“, eines der wenigen Restaurants, welche explizit auch vegetarische und vegane Gerichte servieren.

Im Restaurant angekommen wurden wir gleich darüber informiert, dass viele Produkte nicht zu haben waren. Theoretisch haben sie glutenfreies Burgerbrot – praktisch ist es ausverkauft. Theoretisch haben sie einen Black Bean Burger – praktisch ist er gerade ausverkauft. Theoretisch gibt es veganes Eis – praktisch haben sie es aber noch nie verkauft, weil es nie da war und wohl auch niemals da sein wird.

Nichts desto trotz bestellten wir unterschiedliche Burger. Was mir gut gefallen hat, war das Baukastensystem, mit dem man sich einen Burger basteln kann. Es ist vergleichbar mit dem System bei Subway. Man sucht eine Brotsorte aus (Achtung: glutenfrei ist aus!!!), dann einen Patty (bei uns gab es Rindfleisch, Kürbis-Walnuss und Falafel), anschließend noch ein Topping und zum Schluss eine Beilage (Wedges, Pommes, Süßkartoffelpommes…).  Also bekam ich einen Falafel-Burger auf Hausbrot (mit Gluten natürlich), mit Feta-Oliven-Kapern Topping (ach nee… Kapern waren aus) und Potato-Wedges.

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 9: Nicht alles, was es auf der Karte steht, kann auch bestellt werden

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So absurd die ganze Situation auch war, geschmeckt hat das Essen lecker. Obwohl der Mann in der Runde sich später beklagte, dass die Portion ein wenig zu klein gewesen sei. Und mit unserer Jalapeno-Cheddar Frikadelle konnten die Patties, unter uns gesagt, nicht mithalten.

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Gesättigt und glücklich machten wir uns dann auf den Weg zurück in unser Hotel, wo ich wieder einmal, wie ein Stein ins Bett fiel.

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2 Kommentare

  1. oh happy birthday nachträglich ❤
    schöner rahmen für einen geburtstag! 🙂

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    1. Vielen Dank 🙂

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