Ausgeflogen – Lissabon Pt. 2

Ich hatte Euch ja schon versprochen, dass es noch weitere Berichte von unserer Reise nach Lissabon zu lesen geben wird und darum geht es heute mit dem zweiten Teil meines kleinen Reiseberichts weiter.

Am Morgen unseres zweiten Reisetages wurde ich bereits früh aus den Federn gerissen. Erstens kann ich meistens in fremden Betten nicht besonders gut schlafen und zweitens machten wir Bekanntschaft mit unseren tierischen Nachbarn. Auf dem Gelände des Castelo de Sao Jorge werden nämlich Pfauen gehalten, welche am frühen Morgen, unter läutem Gemeckere und Getöse ihr Nachtlager verließen. Da wir am Vorabend relativ früh im Hotel waren, war der frühe Start in den nächsten Tag jedoch nicht so dramatisch. Allerdings hatten wir uns mit unseren anderen beiden Mitreisenden erst um 10:00 zum Frühstück verbredet, weshalb wir die Zeit totschlagen mussten, nicht wissend, dass unsere Freunde auch schon sehr früh wach waren und ebenso lange auf uns gewartet hatten, wie wir auf sie.

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Unser Warten wurde von einem üppigen Frühstücksbuffet belohnt. Brot und Brötchen, Aufschnitt, Käse, Lachs, Eier und Speck standen zur Verfügung daneben drei verschiedene Cerealien, sowie Marmeladen und Schokoladenaufstrich. Es war also für Jeden etwas dabei, sogar Tomatenmarmelade, die ich ohnehin schon lang mal probieren wollte. Mein Fazit: Tomatenmarmelade kann man essen, muss man aber nicht. Vielleicht lag es auch an der Qualität der Hotelmarmelade, aber der Tomatengeschmack dieser Marmelade kam unter all der Süße des Gelierzuckers so gut wie gar nicht durch. Hätte ich nicht gewusst, welche Frucht darin verarbeitet war, hätte ich einfach eine rote Marmelade gegessen, so wie immer.

Und nun kommt auch endlich der

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 4: Auf Eierspeisen sollte man beim Frühstücksbuffet im Solar do Castelo eher verzichten.

Denn die Eier waren wabbelig und der Speck hatte bestenfalls eine sehr kurze Liaison mit der Bratpfanne. Das war leider ein Reinfall. Da ich aber auch zu Hause eher selten Rührei zum Frühstück esse, war das locker zu verkraften. Und als ich dann die Pastéis de Nata entdeckte, war ich endgültig wieder versöhnt.

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Nach den Frühstück ging es dann ab in die Stadt, auf unsere erste Erkundungstour. Als erstes natürlich zu den lauten Nachbarn ins Castelo. Diese Burg muss man in Lissabon einfach besuchen. Erstens ist sie sehr gut erhalten und zweitens hat man von dort aus einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Insbesondere wenn man Lust auf eine kleine Mutprobe hat und auf jeden der vielen Türme klettert.

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Danach ging es per Pedes zur São Vicente de Fora, eine wunderschöne Kirche, die man mal gesehen haben sollte.

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Ein paar Minuten Fußweg entfernt liegt eine weitere Kirche, die , die man auch gesehen haben sollte und zwar die Igreja de Santa Engrácia, die zwar als Kirche konzipiert und gebaut, jedoch niemals als solche genutzt wurde und als nationales Pantheon dient.

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Ich bin nicht besonders gläubig, dennoch zieht es mich immer in Kirchen. Insbesondere in solchen riesigen barocken Kirchen, wie der Igreja de Santa Engrácia könnte ich stundenlang verweilen. Ich liebe die Ruhe dort. Leider respektieren nicht alle Menschen die Ruhe diese Orte und so trampelten immer wieder Touristinnen in Highheels über den Stein oder Holzboden, was mich entsetzte und erzürnte.

Nach einem etwas längeren Irrmarsch zwischen dem Rio Tejo und einer Hauptstraße wurden wir von einem Regenschauer überrascht. Ich wurde hungrig, ich war nass, ich war müde, mir war kalt und dementsprechend sank meine Laune auf den Nullpunkt hinunter. Mein Freund und ich trennten uns also von den anderen beiden und begaben uns auf die Suche nach einem sehr späten Mittagessen. Fündig wurden wir in der Rua Augusta in der Nähe des Baixa Pombalina, wo wir ja bereits am Vorabend erfolgreich Nahrung aufgetrieben hatten. In einem kleinen Straßencafé bestellten wir Toasts und Pommes Frites. Und das bringt mich zu

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 5: Um Pommes macht man in Lissabon besser einen Bogen.

Die Portugiesen können vieles sehr gut. Sie können wunderschöne Kork- und Keramikarbeiten herstellen, sie können wunderschöne Kirchen bauen und zu den Pastéis de Nata muss ich ja wohl nix mehr sagen – die habe ich ja schon zu genüge beweihräuchert – aber Pommes können sie da nicht.  Ich habe noch nie so labberige, kalte und geschmacklose Pommes gegessen. Dabei dachte ich immer, Pommes könne jeder zubereiten. In diesem Fall drängte sich jedoch der Verdacht auf, dass der Koch die Tiefkühlfritten lediglich zum Auftauen nach draußen gelegt hat, bevor er sie servieren ließ. Verzeiht mir bitte, dass ich von diesem kulinarischen Totalausfall kein Bild hochgeladen habe.

Auf dem Weg in’s Hotel machten wir erneut einen Abstecher in den Supermarkt, wo wir uns mit Brot und Käse für ein günstiges Abendessen im Hotel eindeckten. Dazu gab es frisches Obst, Kekse und Sumol, ein kohlensäurehaltiges Fruchtsaftgetränk, welches ich sehr gerne mag. Außerdem kaufte ich Trident Kaugummi, welches ich immer in den USA gekauft habe und eine Tüte Doritos, welche mein Freund vor einigen Jahren für sich entdeckt hat und die für uns immer etwas Besonderes sind, weil es sie in Deutschland nicht zu kaufen gibt.

Und hier kommt mein wohl wichtigster

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 6: Es muss gar nicht immer das Restaurant sein.

Man kann bei der Supermarktkette Pingo Doce sehr gut Snacks und Kleinigkeiten kaufen, die für ein Mittag- oder Abendessen durchaus ausreichend sind. An der Fleischtheke kann man zur Not auch noch einen warmen marinierten Hähnchenschenkel kaufen und so kann man sich auch günstig einen Tag lang über Wasser halten. Meinem Studenten-Portmonnaie kommt das immer sehr gelegen. Und als Essens-Enthusiast habe ich eine diebische Freude daran, in fremden Ländern in die Supermärkte zu gehen und mir anzusehen, was es dort so gibt.

Aber nach einer eher weniger schönen Begegnung mit versteckter Leberwurst hier noch ein

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 7: Wenn du nicht zu 100% tolerant bezüglich jedweder Speisen bist, lerne entweder Portugiesisch oder kaufe keine Blätterteigpasteten.

Die Reise geht weiter mit Tag 3 und 4… seid gespannt.

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ein Kommentar

  1. 🙂 super! ich hoffe, dass ich trotz meiner unverträglichkeiten nicht aufs frühstück verzichten muss 😀

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