Ausgeflogen – Lissabon Pt. 1

Hand auf’s Herz: Woran denkt Ihr, wenn Ihr „Portugal“ hört? Ja gut, da kommen einem bestimmt Cristiano Ronaldo und Fussball in den Sinn und der eine oder andere von Euch, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, wird wohl auch noch an große Entdecker wie Vasco da Gama und Ferdinand Magellan denken. Wer aber so ein Schleckermaul ist, wie ich eines bin, denkt zu allererst an die Pastéis de Nata, die mit leckerster Vanillepuddingcreme gefüllten Blätterteigtörtchen. An zweiter Stelle folgen dann portugiesische Croissants und für Liebhaber dann der fangfrische Fisch. Zumindest ging es mir so. Croissants sind mir, zu Hause, in Frankreich, oder sonst wo auf der Welt, ziemlich Schnuppe, aber auf die Natas freute ich mich schon sehr. Und auch mit einem guten Fisch kann man mich fröhlich stimmen, weshalb Lissabon für mich kulinarisch ein voller Erfolg zu werden versprach.

Nun aber von vorne:  Nach einem nicht ganz ruhigen Flug mit einem Billigflieger und einer rumpeligen Landung, machten wir uns per Taxi auf den Weg in unser Hotel. Die Entscheidung mit dem Taxi zu fahren war goldrichtig, denn unser Hotel „Solar do Castelo“ lag direkt am Castelo de Sao Jorge, welches über dem historischen Stadtteil Alfama thront und von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Tejo hat. Dorthin zu gelangen ist aber nichts für Fußlahme und mit Gepäck ist der Aufstieg dank uralter Kopfsteinpflasterstraßen sicher kein Spaß, weshalb wir froh waren, dass wir nur die letzten Meter zu Fuß hinter uns bringen mussten.

Da wir alle nur wenig gegessen hatten (Ein Flughafenbrötchen zum Mittagessen ist eben keine befriedigende Mahlzeit), zog es uns schon bald wieder aus unserem hübschen Hotel hinaus in die Altstadt, wo wir nach einem schönen Restaurant Ausschau hielten. Und hier kommt auch schon

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 1: Je dichter Du am Castelo bist, desto teurer wird das Essen.

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Zunächst zog es uns, auf Anraten der freundlichen Rezeptionistin, in das Restaurant Chapito in der Costa do Castelo. So schnell wie wir drinnen waren, waren wir auch wieder draußen, denn das Essen war teuer und vegetarisches gab es schon mal gar nicht, zumindest nicht, wenn man die einzige Vegetarierin nicht dazu nötigen möchte, ausschließlich von Vorspeisen zu leben. Weiter ging es also bergab Richtung Baixa Pombalina, wobei wir auf jede ausgestellte Speisekarte schielten, die wir sahen. An der Praça da Figueira wurden wir dann fündig und landeten im Restaurant Casa Da Mo, welches zumindest zwei vegetarische Gerichte im Angebot hatte. Leider waren wir aber zu früh, was mich zu

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 2 bringt: Versucht gar nicht erst vor 19:00 ein Restaurant zu besuchen.

Wir machten also noch einen Ausflug in den lokalen Supermarkt, wo wir uns mit Wasser und Keksen für den morgigen Ausflug eindeckten und kehrten dann in das ausgesuchte Restaurant zurück, wo wir von einem freundlichen Keller zackig bedient wurden. Schnell entschieden wir uns für vier Gerichte und hatten ruck zuck heißes Essen auf dem Tisch. Es gab Tagliatelle mit Gemüse, Bohneneintopf mit Muscheln, Kalbsfilet auf Spinat mit Kartoffeln und Fisch. ich hätte Euch jetzt gerne mit Sicherheit gesagt, welcher Fisch dort so schmackhaft auf dem Teller meines Liebsten vor sich hin duftete, aber unser Portugiesisch lässt zu Wünschen übrig und die englischen Übersetzungen in der Speisekarte kann man allemal als Fantasieworte bezeichnen.

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Ich kann Euch aber sagen, dass es ganz wunderbar geschmeckt hat. Ein Minimanko: im Spinat war eine Menge Knoblauch, was meiner Meinung nach gar nicht schlimm ist, ich mag Knobi, aber leider war der Knoblauch durch zu langes Braten bitter geworden. Das kann man besser machen. Und das bringt mich auch schon zu

Kulinarischer Lissabon Tipp Nr. 3: Wer keinen Knoblauch mag, ist in Portugal aufgeschmissen!“

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Tapfer probierte ich dann auch noch den Bohneneintopf. Auch dieser war geschmacklich wirklich super, nur leider kann ich absolut keine Muscheln kauen. Es geht einfach nicht… ich habe dann immer Bilder vom RTL-Dschungelcamp im Kopf und denke: genau so muss es sich anfühlen wenn man auf dem Schweinkram rum kaut, den die da essen müssen. Aber das ist ja mein ganz persönliches Problem…

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Noch während wir aßen entdeckten wir in diesem Restaurant ein Schmuckstück, welches es in Deutschland einfach viel zu selten gibt und was wahrscheinlich schon fast komplett ausgestorben ist: Der Dessertwagen

Also wenn ich ein Restaurant betreiben würde, dann gebe es bei mir 100%ig einen Dessertwagen. Welcher Gast kann schon widerstehen, wenn Ihm die Köstlichkeiten direkt am Tisch präsentiert werden? Die Männer nahmen jeweils ein Stück von etwas, was wie Aprikosen-Zimt-Crumble aussah (und auch schmeckte) und wir Mädels teilten ein Stück Brotpudding (So nannte zumindest der Kellner es) mit Karamellsauce.

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Glücklich, zufrieden und satt machten wir uns an den Aufstieg zurück zum Castelo, wo wir wie erschlagen in unsere Betten fielen.

Das war unser erster Abend in Lissabon. Freut Euch schon auf den zweiten Teil, in dem ich Euch berichten werde, wie man es sich kulinarisch in Lissabon auch so richtig versauen kann.

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5 Kommentare

  1. oh, das kommt genau zur richtigen zeit. denn in 3 monatengehts für uns nach lissabon und umgebung. da sauge ich jeden tipp von dir auf. danke! 🙂
    kerstin

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    1. Das freut mich aber, dass ich dir helfen kann. So soll es ja auch sein. Ein paar Tipps kommen auch noch 🙂

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      1. ich freue mich sehr drauf!

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  2. Danke für den tollen Einblick Sweety ❤
    Deine Anne

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  3. […] Frühstücksraum kam, erwarteten mich bereits zwei, mit Kerzen geschmückte, Natas. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich ganz begeistert von den kleinen Törtchen bin und somit verwundert es wohl keinen, wenn ich […]

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