Lammkeule mit Speckbohnen und Mini-Knödel

„Der Winter naht“ heißt es wieder und wieder in den Romanen „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin, aber im realen Leben scheint sich der Herbst hartnäckig halten zu wollen. Es ist regnerisch, ungemütlich und nun kommen auch noch Stürme dazu. Aber da ich beschlossen habe, in diesem neuen Jahr zu allem „Ja“ zu sagen, nehme ich auch dieses unschöne Wetter hin und mache das Beste daraus. Und das Beste daraus machen bedeutet, das Wetter zum Anlass zu nehmen, ein wunderbares Herbstessen zu zaubern und sich mit lieben Menschen gemütlich, bei Kerzenschein zu versammeln und das schlechte Wetter auszusperren.

Kaum etwas bietet sich, in meinen Augen, als Herbstessen besser an, als ein saftiger Lammbraten? Nichts!

Lammbraten ist etwas, was es in meiner Kindheit und Jugend kaum gab. Meine Mutter mag kein Lammfleisch und daher gab es uns das einfach nicht. Als ich dann meinen Freund kennenlernte, pries er mir wiederholt seine exzellente, hausgemachte Lammkeule an. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Der Lammbraten, den ich Euch heute vorstelle, braucht etwas Zeit und Ruhe, wird euch aber am Ende mit seiner Einfachheit überzeugen.

Lammbraten für 2-3 Personen

Lammkeule (1,0-1,2 Kilo)

3 Zweige Rosmarin

3 Knoblauchzehen

5 EL Olivenöl

3 TL Kräuter der Provence (getrocknet)

Je 2 TL Salz und Pfeffer

3 Große Möhren

10 Schalotten

15 Kirschtomaten

400 Ml. Gemüsefond oder –brühe

250 Ml. Trockener Weißwein

Die Lammkeule könnt Ihr sehr gut tiefgefroren kaufen. In der oben angegebenen Größe sind Lammkeulen auch beim Discounter erhältlich. Wenn Ihr die Keule gefroren kauft, müsst Ihr Sie bereits 2 Tage vor dem Essen zum Auftauen in den Kühlschrank legen. Denn 24 Stunden vor dem Essen muss die Keule aufgetaut sein, damit Ihr sie dann von Fett und Sehnen befreien und einlegen könnt.

Dafür bereitet Ihr aus den gepressten Knoblauchzehen, dem Olivenöl, den Kräutern und Gewürzen eine Marinade zu. Gebt nun die Lammkeule in einen Gefrierbeutel und gebt die Marinade dazu. Dazu könnt Ihr auch eine ausreichend große, verschließbare Plastikdose oder Schüssel nehmen, eben das, was gerade da ist.

Nun übernachtet die Keule im Kühlschrank, welchen sie 2 Stunden vor der Zubereitung wieder verlässt.

Für die Zubereitung benötigt Ihr dann etwa drei bis dreieinhalb Stunden, je nach Ofen.

Der Ofen wird auf 120°C vorgeheizt.

Zunächst solltet Ihr die Möhren Schälen und grob zerkleinern und die Schalotten pellen. Kleine Schalotten könnt ihr am Stück verwenden, sind sie eher groß geraten, könnt Ihr sie noch halbieren.

Nun wird die Lammkeule von allen Seiten scharf angebraten. Lasst dafür eine Pfanne ordentlich heiß werden und gebt dann die Lammkeule, mitsamt der Marinade aus dem Gefrierbeutel, hinein.

Anschließend gebt Ihr die Lammkeule in einen Bräter oder eine Auflaufform, gebt das vorbereitete Gemüse dazu und übergießt die Keule und das Gemüse mit ca. der Hälfte der Gemüsebrühe.

Nun wandert die Keule in den Ofen, wo sie zunächst bei 120°C für 2 Stunden gart. Stellt Euch einen Küchenwecker auf 30 Minuten, denn alle 30 Minuten bekommt die Keule einen guten Schluck Flüssigkeit von Euch. Dabei nehmt Ihr abwechselnd Wein und Brühe, beginnend mit dem Wein.

Nach 2 Stunden erhöht Ihr die Hitze auf 180°C. Bei einer Keule von 1000 Gramm braucht sie noch einmal 45 Minuten, wenn sie etwas größer ist, dementsprechend länger. Im Idealfall habt Ihr ein Bratenthermometer und kontrolliert damit die Kerntemperatur. Erreicht die Kerntemperatur 90° C könnt Ihr den Braten aus dem Ofen nehmen.

Das Fleisch wickelt Ihr nun in Alufolie und lasst es für weitere 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen.

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In der Zwischenzeit könnt Ihr das Gemüse und den Bratensud aus dem Bräter in einen Topf geben und mit einem Pürierstab fein pürieren. Wer hat, kann dazu natürlich auch eine Küchenmaschine verwenden.

Wir mögen es etwas „dicker“ wenn es um Saucen geht und uns machen ein paar kleine Stückchen auch nichts aus. Wer es feiner mag, kann die Sauce aber auch noch durch ein feinmaschiges Sieb passieren. Nun kocht Ihr die Sauce noch einmal auf und gebt einen Becher Creme Fraiche dazu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig.

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Als Beilage gab es bei uns Speckbohnen und Mini Semmelknödel. Dazu Speckwürfelchen in einer Pfanne knusprig anbraten, die Bohnen dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und mit ein bisschen Butter verfeinern.

Die Miniknödel gibt es fertig im Supermarkt zu kaufen. Natürlich kann man die Knödel auch selber machen, aber uns schmecken die fertigen Knödel auch super.

Frisch aus dem Ofen schmeckt die Lammkeule sehr zart und fein. Einen Tag später, beim Resteessen ist der Lammgeschmack etwas intensiver. Die Sauce ist sehr fruchtig. Als kleines Extra dazu könnt Ihr auch noch ein Chutney servieren, zum Beispiel mein leckeres Kürbis-Chutney.

Lasst es Euch schmecken!

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    hm, das klingt ja köstlich! Genau das richtige, wenn demnächst die Temperaturen wieder fallen. Und Game of Thrones-Zitate sind bei mir immer gern gesehen. 😉

    Das Kürbis-Chutney sieht auch super aus, kann ich mir sehr gut zu Lammkeule vorstellen. Hast du zufällig auch eine Weinempfehlung dazu? Kenne mich nicht sooo gut aus leider, mag aber hin und wieder sehr gerne Wein, besonders zu solchen Fleischgerichten. (Tipp für Laien übrigens – hier finden sich ein paar gute erste Infos: http://www.welcher-wein-zu.de/welcher-wein-zu-lamm/ )

    Merci für das Rezept! 🙂

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  2. […] nur selten am Herd. Es gibt aber ein paar Gerichte, die exklusiv von Christoph zubereitet werden. Lammkeule zum Beispiel oder Penne mit Gorgonzolasauce, das macht er immer. Das sind Tage auf die ich mich […]

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