Aus dem hohen Norden – Mehlbüddel

Mehlbüddel

Obwohl ich seit 25 Jahren in Hamburg lebe und mich in Hamburg sehr heimisch fühle, habe ich mit der norddeutschen Küche nicht so viel am Hut. Ich kenne und mag viele norddutsche Gerichte, wie zum Beispiel „Birnen, Bohnen und Speck“, Rote Grütze und Pannfisch, aber bei meiner Recherche für das Wochenthema habe ich unglaublich viele Gerichte gefunden, die ich noch nicht kannte. So auch den „Mehlbüddel“ oder auch“großer Hans“. DSC_0145

Der Mehlbüddel ist eine Art Serviettenkloß, der überwiegend als Beilage gegessen wird. Wahrscheinlich hat jede Familie ihr eigenes Rezept. Zumindest habe ich bei meiner Recherche so viele unterschiedliche Rezepte gefunden, dass ich irgendwann einfach eins der eher simplen Rezepte genommen und es nach meinem Gusto verändert habe.

Ihr braucht:

500 Gramm Paniermehl

750 ML Milch

10 Eier

125 Gramm Butter

1 TL Zimt

50 Gramm Mehl

Gebt die Milch und die Butter in einen Topf und lasst die Milch langsam warm werden. Die Butter muss nicht komplett schmelzen, sie soll nur sehr weich werden.

Nun gebt Ihr die Milch-Butter Mischung mit dem Paniermehl in einen großen Topf und verrührt alles. Dann kommen die Eier und der Zimt dazu. Mit einem Rührgerät alles ordentlich vermengen. Nach und nach das Mehl dazugeben.

Wer mag kann nun noch 200 Gramm Sultaninen hinzufügen. Aber ich mag keine Sultaninen, weshalb ich sie einfach weggelassen habe.

Nun kam ich leider an einen Punkt, den ich so nicht bedacht hatte. Der Teig wird nämlich zu eigentlich in ein Leinentuch gegeben und dieses zusammengeknotet. Dabei soll oben eine Handbreit Luft gelassen werden. Dieser Beutel (Büddel) wird an einen Kochlöffel geknotet und dieser quer über Topfrand gelegt, sodass der Beutel in den Topf hängt. Im Topf sollte ca. 5 cm hoch Wasser stehen damit man den Kloß dann dämpfen kann, dabei soll jedoch der Kloß nicht im Wasser hängen. Und an dieser Stelle stieß ich dann an eine Grenze, da leider keiner meiner Töpfe für dieses Vorhaben hoch genug war. Der Beutel berührte immer den Boden.

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Nach einem kurzen Moment der Verzweiflung kam ein Freund dann auf die Idee, den Leinenbeutel einfach in ein Sieb zu legen, dieses in den Topf zu hängen und dann den Kloß darin zu dämpfen. In Ermangelung eines abweichenden Masterplans habe ich dann also das Leinentuch in ein feinmaschiges Sieb gelegt, den Teig eingefüllt, die Ecken des Leinentuchs oben drauf gelegt, das Sieb in den Topf gehängt, den Deckel des Topfes obendrauf gelegt und auf das Beste gehofft. So habe ich den Kloß für 2 Stunden gedämpft. Und siehe da, es hat funktioniert.

Ich hatte noch Teig übrig, da nicht alles in das Sieb passte. Da ich ja nichts zu verlieren hatte, habe ich den restlichen Teig in kleine Gugl-Förmchen aus Silikon gefüllt. Dann habe ich das ganze bei 100 Grad im Ofen in einem Wasserbad gegart. Ich habe also eine Auflaufform mit etwas Wasser befüllt und die Gugl-Förmchen hineingestellt. Nach 45 Minuten waren sie fertig und haben ebenso gut geschmeckt, wie der große Mehlbüddel,

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Wir haben den Mehlbüddel als Beilage gegessen. Dazu gab es Kasselerkotletts sowie Ausgelassene Schinkenwürfel mit braunen Zwiebeln und Apfelstückchen.

Am nächsten Tag erwies sich der Mehlbüddel aber noch mal als sehr vielseitig. Ich habe die Reste in einer Pfanne mit Butter erhitzt und dann in verschiedenen Varianten Probiert. Als Sandwich mit Nutella und Banane, mit Zimtzucker und mit Schokoladensauce. Das war ein Resteessen nach meinem Geschmack! Ich hätte so gerne noch einen Schluck Vanillesauce dazu gehabt.

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Das süße Resteessen geht allerdings nur, wenn Ihr den Kloß klassisch im Leinenbeutel oder, wie ich, im Sieb zubereitet, denn die Gugl lassen sich nicht gut in der Pfanne erhitzen. Ich habe es in der Mikrowelle probiert, aber das machte den Teig viel zu trocken.

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Probiert es doch einfach mal aus. Der Mehlbüddel nimmt etwas Zeit in Anspruch, ist aber wirklich lecker und liefert euch gleich für zwei Tage eine wunderbare Leckerei.

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