Hamburger National oder: Herbstlicher Steckrübeneintopf

Hamburger National

Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus Steckrüben, Kartoffeln und Schweinebauch oder Hammel. Während dieser Eintopf Ende des 19. Jahrhunderts eher den ärmeren Haushalten vorbehalten war, diente die Steckrübe in den Kriegsjahren nur einem Zweck, satt zu machen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich viele unserer Eltern schüttelten, wenn sie nur an eine Steckrübe dachten, weil sicherlich viele schlechte Erinnerungen an dieser Rübe hingen.

Hamburger National

Nicht so in meiner Familie. Steckrüben-Eintopf gab es ein – bis zweimal im Jahr und der war köstlich, wahrscheinlich auch, weil die Zutaten besser waren. Es gab dicke Rippe statt des fetten Schweinebauchs und Hammel hatte in der Küche meiner Mutter absolut nichts zu suchen.

Heute ist die Steckrübe durchaus wieder gesellschaftsfähig.

In den Sterneküchen kommt sie als Süppchen, Schaum oder Mousse daher. Ich halte von diesem Schnick – Schnack nichts und koche lieber das gute alte “Hamburger National“

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Dazu nehme ich für 4-6 Personen:

1Kilogramm dicke Rippe

500 Gramm mageren Schweinebauch

250 Gramm geräucherten, durchwachsenen Speck

1,5 Kilogramm Steckrüben

1 Kilogramm Kartoffeln

4 mittelgroße Zwiebeln

Petersilie

2 Esslöffel Öl

1 Esslöffel Schweineschmalz

1 Lorbeerblatt, Wachholderbeeren, Pfeffer, Salz

Eventuell etwas gekörnte Brühe oder Bouillon pur

Hamburger National2

Die Rippe und den Bauch salzen, pfeffern und in dem Öl leicht anbraten, 1 Zwiebel vierteln, in Scheiben schneiden, hinzugeben und Farbe nehmen lassen.

Soviel Wasser auffüllen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist. Lorbeerblatt, Wacholderbeeren und die restlichen, klein geschnittenen Zwiebeln hinzufügen. Das Fleisch 1,5 Stunden köcheln lassen, dann herausnehmen, die Brühe durch ein Sieb geben und beiseite stellen. Wem sie nicht würzig genug ist, der kann mit etwas gekörnter Brühe nachhelfen.

Das Fleisch gebe ich jetzt für ca. 30 Minuten bei 180°C  Umluft in den Backofen, dort brät noch mal das Fett aus und die Schwarte wird schön knusprig.

In der Zwischenzeit die Steckrübe schälen und in 1cm große Würfel schneiden. Das Gleiche mache ich mit den Kartoffeln, nur dass die Würfel halb so groß sind.

Speck und Zwiebeln fein würfeln und in dem Schmalz braun werden lassen. Kartoffeln und Rübe hinzugeben und kurz mit braten. Nun die Brühe auffüllen und zwar so viel, dass das Gemüse leicht bedeckt ist.

Den Eintopf ungefähr 20 Minuten leicht kochen, bis das Gemüse gar ist.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Man lässt den ganzen Eintopf schön übersichtlich und richtet ihn eher wie eine reichhaltige Suppe an, oder man geht ein paar Mal mit den Kartoffelstampfer durch und macht den Eintopf so sämiger. Man kann das Fleisch separat reichen oder rein schnibbeln. Das ist Geschmackssache. Egal, wie man sich entscheidet, es kommt auf jeden Fall gehackte Petersilie drüber. Viele, dazu zähle ich auch, lieben ausgelassen Speck und Zwiebeln zum darüber streuen.

Fazit: Ein köstlicher Eintopf für kalte Tage, der auf jeden Fall die Seele streichelt.

Den Geschmack der Steckrübe kann man so beschreiben: Süßlich und etwas scharf, eine Mischung aus Kohlrabi und Möhre, ach einfach lecker.

Traut euch und lasst diese leckere Rübe in eure Küchen einziehen

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ein Kommentar

  1. […] Irre, dass seitdem schon ein ganzes Jahr vergangen ist. Und dann folgten leckere Torten, Kekse, Eintöpfe und andere […]

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